Schafe, Kühe und Esel verursachen Bahnunfälle

Spiegel.de meldet:
Es war ein schlimmer Tag für Tiere: In Südfrankreich starben zwei Esel und drei Kühe bei Kollisionen mit Zügen. Dabei entgleiste ein Regionalexpress, Tausende Fahrgäste mussten stundenlang warten. In Baden-Württemberg ist ein Zug in eine Schafsherde gerast, dabei starben 250 Tiere.

Vestric/Toulouse/Weikersheim - Es gab Opfer unter Schafen, Eseln und Kühen, als mehrere Regionalzüge heute mit Tieren kollidierten. Menschen wurden dabei nicht verletzt. In Frankreich liefen zwei Esel beim Dorf Vergèze auf die Schienen und wurden von einem Regionalexpress gerammt, wie die Staatsbahn SNCF mitteilte.

Die Esel starben; der Zug entgleiste, ohne dass Menschen zu Schaden kamen. Zur Bergung musste für beinahe 24 Stunden die Verbindung zwischen Nîmes und Montpellier gesperrt werden, auf der täglich 160 Züge entlang der Küste verkehren, darunter auch mehrere TGV-Hochgeschwindigkeitszüge. Der Schaden liegt laut SNCF in Millionenhöhe.

Entgleister Zug bei Vergèze: Tote Esel, keine verletzten Menschen
Bahn und Behörden versuchten, Passagiere auf den Verbindungen von Bordeaux nach Montpellier, Marseille und Nizza mit Autobussen an ihre Ziele zu bringen. Zum Unfallhergang sagte Bahnvertreter André Francisco, die Kollision mit den Eseln habe ein Metallteil der Lokomotive beschädigt. Diese sei den Boden entlang geschleift und habe eine Weiche beschädigt, wodurch der Zug entgleiste.

Am selben Tag entgleiste bei Naucelle gleichfalls im Süden des Landes ein weiterer Zug, der drei Kühe gerammt hatte. Dadurch musste der Verkehr auf der Strecke von Rodez nach Toulouse für Stunden gesperrt werden. Die Auswirkungen auf den Zugverkehr waren laut SNCF gering, da es sich um eine wenig befahrene Strecke handelte. Die Kühe starben gleichfalls durch den Aufprall.

Laut Bahnvertreter Francisco kommen Unfälle mit Tieren häufiger vor; so rammten vor allem die über 300 km/h schnellen TGV regelmäßig Rehe. Bei den TGV komme es aber nicht zur Entgleisung, weil die Züge "sehr schnell sind und eine nach vorne zulaufende Nase haben". Wenn etwas auf die Schienen gerate, werde es deshalb in der Regel zur Seite geschleudert und gerate nicht unter den Zug.

250 tote Schafe, ein entgleister Zug

Bei Weikersheim in Baden-Württemberg ist ein Regionalexpress in eine Schafherde gerast. Dabei wurden rund 250 Tiere getötet, wie die Polizeidirektion Tauberbischofsheim mitteilte. Die 60 Passagiere in dem Zug und der Schäfer blieben unverletzt. Der Vorfall ereignete sich auf einer etwa 150 Meter langen, über die Tauber führenden Bahnbrücke. Durch den Aufprall sprang die vordere Achse des Triebwagens aus den Schienen. Die Herde umfasste insgesamt 450 Schafe. Etwa die Hälfte der Tiere hatte den Bahndamm schon verlassen, als der Zug trotz Vollbremsung in die Herde raste.

Warum der Schäfer "trotz Kommunikation mit der Bahn" die Herde zur Unglückszeit um 10.26 Uhr über die Gleise trieb, müsse noch ermittelt werden. Der Regionalexpress war von Crailsheim nach Aschaffenburg unterwegs. Die eingleisige Bahnstrecke wurde zunächst gesperrt. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt.